Kerstin Steeb

Freies Musiktheater Hamburg

Kerstin Steeb

Sie brachte Mozart nach Hamburg-Dulsberg und an die Ufer des Schaalseekanals im Herzogtum Lauenburg: Zwei Mal „Die Zauberflöte“, doch könnten Kerstin Steebs Inszenierungen unterschiedlicher kaum sein. Im ersten Beispiel entstand eine sehr berührende Kurzfilm-Oper mit Kindern der Grundschule Alter Teichweg; in der Freiluft-Oper für das „Kanu-Wander-Theater“ schippert das Publikum neun Kilometer übers Wasser, um während dreieinhalb Stunden das Singspiel an 14 Stationen am Ufer zu erleben.

Die Musiktheaterregisseurin Kerstin Steeb, Jahrgang 1982, ist eine Allrounderin. Sie arbeitet mit Profis, fortgeschrittenen Amateuren und absoluten Laien, baut Brücken zwischen Kunst und Pädagogik und erreicht ein Publikum vom Vorschul- bis zum Rentenalter. Erste Regiearbeiten entstanden schon ab 2007, 2012 schloss sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg ab mit der Inszenierung und Choreografie von „Les Enfants Terribles“ von Philip Glass. In der Reihe der Opera piccola brachte sie 2012 an der Hamburgischen Staatsoper die Kinderoper „Eloise und die Vampire“ von Karl Jenkins auf die Bühne, 2014 führte sie Regie bei „Der Freischütz“ und stutzte die Oper auf das vom Hamburger Opernloft etablierte Format von 90 Minuten. Seit 2013 ist sie freie Mitarbeiterin am Thalia Theater. Unlängst inszenierte sie „Gold!“ in Lüneburg, frei nach dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“, als Theater für Zuschauer ab sechs Jahren mit Gesang und Live-Musik.

„In einer Oper singt man auch, weil die sich oft verlieben.“
(Schülerin des Projekts „Die Zauberflöte Made in Dulsberg“)

Text: Dagmar Ellen Fischer, Kulturjournalistin/Autorin

Fotocredits: Neil Huggett